Gröbenzeller Grüne wollen Elektromobilität fördern

Ökostrom-Tankstelle in Gröbenzell. Foto: Walter Voit

 

Elektromobilität ist gut für die Umwelt. Die GRÜNEN wollen den Wandel zu mehr Elektromobilität unterstützen und fordern die Gemeinde auf, weitere Ladeinfrastruktur im Ort zu schaffen. Elektrisch betriebene Fahrzeuge, die gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich leiser sind als Autos mit Verbrennungsmotoren, sind eine Hoffnung für Menschen, die unter dem innerörtlichem Verkehrslärm leiden. Da E-Fahrzeuge emissionsfrei sind, wird der Wandel von Verbrenner- zu E-Autos die Luftqualität in Städten und Gemeinden deutlich verbessern und viele Krankheiten, die durch Feinstäube und Luftschadstoffe verursacht werden, würden wirkungsvoll bekämpft.

Außerdem wird die E-Mobilität dafür sorgen, dass die Energiewende auch im Verkehrssektor vollzogen wird. Voraussetzung ist jedoch, dass der hierfür benötigte Strom aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind kommt.

Internationale Studien haben in den letzten Jahren immer wieder angeführt, dass die CO2-Bilanz von E-Autos problematisch sei. Eine aktuelle Untersuchung hat diese Studien kritisch überprüft und kommt zu dem Ergebnis: Elektroautos haben über den Lebenszyklus eine deutlich bessere CO2-Bilanz als vergleichbare Dieselautos oder Benziner. Diese Studie der Technischen Universität Eindhoven im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion hat die bisherigen Studien analysiert und kritisiert insbesondere diese Fehlannahmen: Neuere Forschungsarbeiten zeigen sehr deutlich, dass die bisher verwendeten Daten zum Energieverbrauch bei der Batterieherstellung falsch oder veraltet sind. Die bisherigen Annahmen können mehr als halbiert werden. Die bisher angenommene Batterielaufzeit von 150.000 km ist deutlich unterschätzt und nicht mit Quellen und Forschung unterlegt. In der Praxis zeigen sich Laufzeiten der Batterie von über 500.000 km. In den eigenen Berechnungen hat die TU Eindhoven ein gemittelte Laufzeit von 250.000 km angenommen. Die CO2-Bilanz des Strommixes in Europa und insbesondere in Deutschland wird nach dem gesetzlich fixierten Kohleausstieg deutlich besser - der „getankte“ Strom der Elektroautos wird dadurch immer CO2-ärmer. Bisherige Studien haben das nicht berücksichtigt, sondern für die nächsten 20 Jahre weiter mit dem schlechten CO2-Output des heutigen Strommixes gerechnet. Die meisten Verbrenner-Pkw verbrauchen 40 Prozent mehr Sprit als von den Herstellern offiziell angeben. Dies muss in Berechnungen vollumfänglich einfließen, wenn man die CO2-Bilanz von Elektroautos mit denen von Verbrennern vergleicht. Ebenso müssen die Voremissionen bewertet werden, was aber in der Regel nicht passiert. Alles, was bei der Förderung und dem Transport von Erdöl und im Raffinerieprozess an CO2 freigesetzt wird, blenden Vergleichsstudien bislang aus. Das muss natürlich analog auch für die fossilen Brennstoffe erfolgen, die bei der Stromproduktion eingesetzt werden. Mehr über diese Studie https://www.gruene-bundestag.de/themen/mobilitaet/elektroautos-sind-deutlich-besser-fuer-das-klima

Die Grünen begrüßen, dass die Gemeinde Gröbenzell Ladestationen für Elektroautos und Elektrofahrräder im Ortszentrum geschaffen hat. Die beiden Ladesäulen in der Bahnhofs- und Rathausstraße können nur der Anfang sein, zudem muss gesichert werden, dass diese Plätze nicht von Verbrenner-Autos fehlbelegt werden. Um künftig eine große Zahl von privaten E-Autos zu beladen, die man jederzeit zu Hause ans Stromnetz anschließen können sollte, ist es vordringlich wichtig, Stromanschlüsse in Garagen und in den Gröbenzell häufigen Garagenhöfen zu schaffen. Dazu müssen Gemeinde und Bayernwerke Eigentümer informieren und einfache Wege öffnen. Eine neue gesetzliche Regelung gibt Mietern einen Anspruch auf Schaffung einer Lademöglichkeit in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses, die aber von demjenigen, der sie haben möchte, selbst bezahlt werden muss.

Wir befürworten auch, die Car-Sharing-Parkplätze mit Ladeeinrichtungen zu versehen und bei Neubauten Ladeanschlüsse z.B. in Tiefgaragen über die Bebauungspläne vorzuschreiben. Der Fuhrpark der Gemeinde soll schrittweise auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge umgestellt werden. Vorstellen können sich die Grünen auch, dass die Parkplatzflächen von Supermärkten mit Photovoltaikdächern überdacht werden unter denen die Kunden während des Einkaufs ihr E-Mobil laden können. Die Gemeinde soll diese Vorgabe an die Supermarktbetreiber prüfen.

Letztenendes ist aber auch ein E-Auto ein Auto und verursacht Verkehr bzw. Staus und beansprucht öffentlichen Raum. Daher sind wir Grünen weiterhin auch für die Verlagerung von PKW-Verkehr auf den ÖPNV oder aufs Fahrrad.

 

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